Rückschläge sind nur was für Gewinner! (BP)

Ja, du hast richtig gelesen. Rückschläge sind meiner Meinung nach nur etwas für Gewinner. Denn nur, wer etwas wagt, kann überhaupt einen Rückschlag erleiden und nur wer es versucht, kann scheitern. Doch genauso wie Scheitern, ist auch Siegen eine Sache, die nur passieren kann, wenn man es versucht. 
Und obwohl uns das allen bewusst ist, neigen wir doch dazu, so viel Angst vor den Rückschlägen zu haben, dass wir es lieber gar nicht erst versuchen oder bei den ersten Stolpersteinen aufgeben statt weiterzukämpfen. 
Wir denken: Wenn ich ein „richtiger Künstler“ wäre, würde ich nicht jedes zweites Bild wegschmeißen, wenn ich ein „richtiger Autor“ wäre, müsste ich nicht fast jedes Kapitel nochmal neu schreiben. 

Um meine Meinung zu diesem Thema verdeutlichen zu können, müssen wir uns die letzten Jahre meines Lebens anschauen.
Im Rahmen dieses Blogbeitrag möchte ich dir quasi die Geschichte meines Lebens erzählen – naja nicht ganz. Ich möchte dir erzählen wie ich mit dem Schreiben angefangen habe und wie daraus drei veröffentlichte Bücher geworden sind. 

In Interviews und Gesprächen werde ich oft gefragt, wie ich dazu gekommen bin, Bücher zu schreiben. Meine Standardantwort sieht dann meistens ungefähr so aus: 

„Ich hatte schon als Kind immer viel Fantasie und habe schon im Deutschunterricht in der Grundschule angefangen längere Texte zu schreiben als die meisten anderen Kinder. Für mich war das Schreiben immer eine Möglichkeit meine vielen Ideen aufs Papier und raus aus meinem Kopf zu bringen. Mit 12 hatte ich dann die Idee zu meinem ersten Roman – auch wenn ich damals noch nicht wusste, dass es ein vollständiger Roman werden würde. Damals dachte ich, es wäre nur eine weitere Idee, die ich beginne auf Papier zu bringen und höchstwahrscheinlich nach 10 Seiten wieder fallen lasse, weil ich etwas neues im Kopf habe. Doch zwei Jahre und ungefähr 300 Seiten später wurde immer klar–, dass es sich tatsächlich zu einen Roman entwickelt. Mit 14 habe ich dann noch einmal neu begonnen, um es besser zu machen und mit 16 war mein erstes Buch fertig und veröffentlicht. Mit 17 habe ich dann den 2. Teil und mit 18 den 3. Teil dieser Trilogie veröffentlichen können.“

Hört sich richtig gut an, oder? 
Genauso wie man sich das eben vorstellt, wenn man an eine junge Autorin denkt. 
Und doch, obwohl all das die Wahrheit ist und ich meine Geschichte definitiv so zusammenfassen kann, kann ich auch ein ganz anderes Bild malen. 
Die Realität ist nicht ganz so Friede-Freude-Eierkuchen, wie man sich das gerne vorstellt, wenn man an Autoren und Schriftsteller denkt. 

Nehmen wir doch einfach mal den kleinen Nebensatz: Und mit 14 habe ich dann nochmal neu angefangen, um es besser zu machen… 
Hier hört sich das nach so einem kleinen Detail an, aber wenn man darüber nachdenkt, dass ich davor volle zwei Jahre an einem Buch geschrieben habe, nur um dann festzustellen, dass ich alles schlecht finde und es komplett neu machen möchte, ist es plötzlich gar nicht mehr so klein. 

Alles verwerfen und neu anfangen müssen kennen wahrscheinlich die meisten kreativen Köpfe nur zu gut. Bei Autoren sind es angefangene Bücher, bei Künstlern angefangene Bilder und bei Musikern angefangene Songs. 

Und doch sehen wir am Ende immer nur das fertige Buch, das fertige Bild oder den fertigen Song ohne das jemand erwähnt wie viele verworfene Versuche eigentlich davor kamen. 

Die Frage ist nur, ob das der richtige Weg ist? Vielleicht sollten wir mehr über Rückschläge sprechen, um ein echteres Bild der Realität zu zeichnen. 

Ich frage mich manchmal, wieviel kreative Genies noch unter uns schlummern und sich nicht trauen anzufangen oder weiterzumachen, weil sie denken Rückschläge sind etwas für Verlierer.

In den sechs Jahren meiner schriftstellerischen Tätigkeit habe ich nicht nur Wochen der Schreibblockade, unendliche viele Selbstzweifel und viele verworfenen Ideen erlebt, sondern auch bis in späte Stunden geschrieben statt zu schlafen. Ich habe Stunden vor YouTube und Blogs verbracht, um mir Wissen über Self-publishing anzueignen nur um es am Ende doch nie vollends zu verstehen. Öfter als ich zählen könnte, habe ich ernsthaft darüber nachgedacht aufzugeben und viele Stimmen haben mir immer wieder gesagt, dass ich zu jung, zu unerfahren, zu unbekannt bin, um so etwas zu schaffen. 

Und doch sitze ich heute hier und schaue mit einem Lächeln auf all das zurück. Jede Träne, jede schlaflose Nacht, jede verspannte Schulter vom ewigen Laptop überallhin mitnehmen, ist es zu 100% wert gewesen. 

Und das nicht, weil ich meine drei Bücher inzwischen in den Händen halten kann. Auch nicht, weil ich dadurch Geld oder Zeitungsartikel bekommen habe. 
Sondern ganz einfach, weil ich stolz bin auf den steinigen Weg, der hinter mir liegt und weil es meine Leidenschaft ist. Weil nichts dieses Gefühl ersetzen kann einen richtigen Schreibflow zu haben oder mitten in der Nacht mit der ersehnten Idee für die weitere Handlung aufzuwachen und dann solch ein Kribbeln in den Fingern zu haben, dass man gar nicht anders kann als loszutippen. Das Gefühl die Zeit komplett zu vergessen und das Lächeln eines Lesers deines Werkes zu sehen. 

Wieso ist so tief in unseren Köpfen verankert, dass das erste Manuskript perfekt sein muss, dass der erste Pinselstrich genau richtig sitzen muss oder dass der erste Akkord direkt der passende  sein muss. 
Sollten wir nicht viel mehr stolz darauf sein, dass wir ein Werk erschaffen haben, obwohl es ein Kampf war? 
Zeigt nicht genau das den wahren Kampfgeist und die wahren Gewinnertypen? 

Ich hoffe mein kleiner Artikel hat dich inspiriert und du freust dich schon auf weitere Beiträge.

Liebe Grüße

Stefanie

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